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Bücher

Zwei Theaterstücke von Martin Schörle

Zum Autor: Martin Schörle lebt mit seiner Familie in der schönsten Stadt und dem Tor zur weiten Welt. Was ich jetzt nicht nur sage, weil ich selber aus Hamburg stamme. Neben dem Schreiben macht der Autor gerne Sport, vorzugsweise Lauf- und Kraftsport. Durch seinen Beruf als Verwaltungsbeamter, bekam er die passende Inspiration für das erste Theaterstück. Die Leidenschaft fürs Theater ist nicht nur durch dieses Buch zu erkennen, denn Martin Schörle stand einige Jahre selbst als Schauspieler auf der Bühne. Unter anderem wirkte er bei der Komödie „Kunst“ von Yasmina Reza mit und stellte sein Können in Dramen unter Beweis.

Zum Inhalt:  Das Buch ist in zwei in sich abgeschlossene Theaterstücke aufgeteilt. Hier möchte ich natürlich nicht zu viel verraten, ihr sollt es ja selber lesen wollen. Doch gebe ich euch neben dem Klappentext einen kleinen Einblick, wie ich den Inhalt empfinde.

„Nichtsalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ könnte man als Monolog bezeichnen, auch wenn der Protagonist Hans Fredenbek hier zum Publikum spricht und gelegentlich auf einen seiner Kollegen reagiert. Fredenbek würde das Paradebeispiel des „typischen Beamten“ darstellen, wenn er sich nicht zu sehr in der Leidenschaft für seinen Beruf verlieren würde. Die Außenwelt ist für ihn auch nur ein Fall, den er streng nach Vorschriften analysiert und dementsprechend anders reagiert, als man es normal erwarten würde.

„Einladung zum Klassentreffen“ ist das zweite Theaterstück und im Gegensatz zum ersten tritt hier nicht nur eine Person auf. Es ist im Grunde ein Telefonat, das wie es nicht anders sein könnte, von einer neugierigen Dame belauscht wird. Eine alte Liebe, zwei unterschiedliche Leben und viele Emotionen, werden hier deutlich.

Meine Meinung:  Was soll ich sagen, ich würde an dieser Stell gerne so viele tolle Szenen aus dem Buch beschreiben, welche mir besonders gut gefallen haben, doch würde das zu viel verraten und euch die Lust am Lesen nehmen. Eine Szene möchte ich euch aber besonders ans Herz legen, wie soll ich sie beschreiben? Ich nenne sie einfach mal die Radiergummi Liebe 😉 Ich hab so gelacht und mir das bildlich vorgestellt, einfach herrlich, dieser Humor trifft zumindest bei mir genau ins Schwarze.

Es ist aber auch zu sagen, dass der Autor einen Schreibstil nutzt, der in seiner Wortwahl sehr anspruchsvoll und doch sehr gut verständlich zu lesen ist. Man könnte sagen, es passt zum typischen Beamten. Martin Schörle schafft es hier einen guten Mittelweg zwischen gehobener Wortwahl und der Einfachheit des Verstehens zu schaffen, was ich so bei einem anderen Autor noch nicht gelesen habe.

Dieses Buch schafft es, einen schlechten Tag zu einem guten werden zu lassen, da man einfach lächeln oder herzhaft lachen muss.

Okay, ich geb es zu ich bin von diesem Buch begeistert und es ist schwer hier nicht ins Schwärmen zu kommen.

Ich durfte den Autor ja auch ein wenig kennenlernen und ihm einige Fragen stellen, worüber ich an diesem Punkt noch nicht zu viel verraten möchte. Es ist einfach toll, wie der Autor sich mit diesem Buch und hoffentlich auch irgendwann mit der Aufführung dieser Theaterstücke, seinen Traum erfüllt. Mir macht es Hoffnung, auch eines Tages meine Wünsche in die Tat umsetzen zu können.

Fazit: Wer Sarkasmus liebt und gerne lacht wird sich schnell mit Fredenbek anfreunden. Natürlich ist die Sprache hier wie erwähnt anspruchsvoller, aber wie ich finde doch noch sehr leicht zu verstehen. Meinen Humor trifft es auf jeden Fall.

Das „Klassentreffen“ ist wieder was ganz anderes, was dieses Buch sehr spannend macht. Hier werden gleich mehrere Sparten abgedeckt. Ein Schmunzeln am Ende ist mindestens drin.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Wenn ihr mal ein etwas anders Buch lesen möchtet, das auch noch aus dem Bereich Theater kommt, trefft ihr mit Martin Schörles Werk auf jeden Fall die richtige Wahl.

“Maxim” von Gabriel P. Henry mit Interview

Ich bin froh, das ich dieses Buch lesen durfte und euch jetzt darüber berichten kann. So viel vor weg, es ist für mich ein sehr besonderes Buch.

Der Autor: Gabriel P. Henry veröffentlicht mit 20 Jahren seinen Debüt-Roman „Maxim“. Geboren wurde er in Koblenz und besuchte eine staatliche Gesamtschule, wo er aufgrund der hohen Migrationsbeteiligung mit vielen anderen Nationalitäten und Religionen in Kontakt kam. Als deutscher Christ ist er in seiner Klasse eine Minderheit. Somit wuchs er auch  mit Freunden aus arabischen und südeuropäischen Ländern auf.  Durch Verwandte und Bekannte kam er mit dem Islam und sogar indianischen Lebensweisen in Kontakt. Fußball gehörte zu seinen Hobbys und für Musik entwickelte er eine besondere Leidenschaft, was sicherlich auch durch seinen Vater entstand, der als Musiker und Songwriter in den Charts vertreten war. Weshalb Gabriel P Henry schon früh mit künstlerischem Erschaffen in Kontakt kam. Nach seinem Abschluss begann er sein Abitur an der Oberstufe eines Gymnasiums, was er jedoch nach zwei Jahren wieder abbrach. Stattdessen fing er eine Ausbildung zum Automobilkaufmann an und schrieb zur selben Zeit seine ersten Geschichten.

Zum Inhalt: In „Maxime“ geht es um den Selbstmord eines 14 Jahre alten Jungen, besser gesagt es geht um die ersten 7 Tage nach seinem Tod.  Maxim befindet sich scheinbar noch auf der Erde und in der Umgebung seiner Liebsten, doch etwas ist anders, sie sehen und hören ihn nicht. Er bekommt alles umso mehr mit, was sich bei ihm als Schmerzen und starken Gefühlen äußert, die ihn zu überrennen scheinen. Was ist nur passiert, warum hat Maxim sich das Leben genommen und warum ist er immer noch da und muss das alles aushalten?

Die Charaktere:

Maxim: Ein 14 jähriger Junge der in seiner Schule und bei Freunden sehr beliebt ist. Er könnt besser in der Schule sein, wenn er sich mündlich beteiligen würde. Maxim liest gerne und ihn beschäftigen viele Gedanken, er ist sehr aufmerksam was seine Umwelt betrifft. Mit seinem besten Freund Leo geht er in den Fußballverein und macht auch sonst sehr viel mit ihm zusammen.

Leo: Er ist Maxims bester Freund und eher der offene lockere Typ. Sie waren ein tolles Gespann und unternahmen alles gemeinsam.

Lisa: Ein hübsches Mädchen aus Maxims Schulkasse, in das er heimlich verliebt ist. Sie singt gerne und ist für ihre Freunde da.

Lara: Sie ist Maxims ältere Schwester, die trotz Schule und Freund immer für ihn da ist.

Valentina: Sie ist Maxims und Laras Mutter, dazu eine sehr herzliche und emotionale Frau.

Phillip: Er ist der Vater von Maxim und Lara, dazu ist er mit Valentina verheiratet. Mit seinen Gefühlen weiß er nicht umzugehen und versucht sie mit Wut und Alkohol zu unterdrücken

Meine Meinung: Das Buch beginnt mit einem Prolog, was ich persönlich sehr gerne mag. Denn so bekommt man einen Blick in das Buch und hat doch so gar keine Ahnung, was passieren wird, was für mich die Spannung steigert. „Maxim“ ist in 7 Tage unterteilt, wo Maxim der Hauptprotagonist seine Erlebnisse und Gefühle nach seinem Selbstmord beschreibt. Diese Aufteilung gefällt mir sehr gut und ist neben der üblichen Kapitelaufteilung mal was anderes und passt sehr gut zum Buch.

Der Autor schafft es in diesem Buch, ein schweres Thema so echt, offen und vor allem voller Emotionen rüber zu bringen, was mich sehr bewegt. Keine Verurteilung, keine Bewertung des Themas, einfach die emotionale Geschichte eines Jungen, den verschiedene Themen im Leben beschäftigt haben. Der Grund, der hier bei Maxim für alles ausschlaggebend war, ist auch einer der mich öfters beschäftigt, aber mich sehr überrascht. Diesen Zusammenhang hab ich selber noch nie so gesehen und es berührt mich daher umso mehr. Seit gespannt, es wird euch sehr überraschen und zum Nachdenken anregen, da bin ich mir sehr sicher. Auch wenn das gesamte Buch sehr emotional ist, gibt es noch zwei Stellen die mich persönlich so sehr bewegt haben, dass mir die Tränen kamen und wirklich sprachlos war.

Es fällt mir in diesem Fall sehr schwer zu beschreiben, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat, denn ich müsste einfach zu viel verraten….Daher belass ich es dabei und glaube ihr werdet beim Lesen selber feststellen was ich meine 😉

Fazit: Ein Buch voller Emotionen und spannender Hintergründe. Beim Lesen sollte man schon Taschentücher griffbereit haben, denn ich glaube dabei bleibt kein Auge trocken. Für mich bis jetzt in diesem Jahr, dass Buch, dass mich am meisten berührt hat und deshalb kann ich es jedem empfehlen.

 

Um euch noch ein bisschen mehr über das Buch und den Autor zu verraten, hier ein Interview mit Gabriel P. Henry

Fragen zum Buch „Maxim“

  • Mich würde interessieren, wie die Idee zu diesem Buch entstanden ist, denn es ist

ja schon ein sehr bewegendes  und schweres Thema.

Antwort: Diese Frage höre ich immer als erstes, wenn ich mit jemandem über das Buch spreche. Es fällt mir sehr schwer, darauf eine Antwort zu finden. Sicherlich war der Tod immer ein Thema, dass mich sehr beschäftigt, aber auch fasziniert hat. Warum ich gerade über Suizid schreibe, kann ich nicht genau sagen. Ich dachte mal darüber nach, dass man sagte, dass Tote bei ihren Angehörigen bleiben, sie nicht verlassen. Abends kam dann mal im Bezug darauf in mir die Frage auf, was denn wäre, wenn einem Selbstmörder genau das eben passiert. Danach konnte ich dann nicht aufhören, an diese Geschichte zu denken und musste einfach anfangen zu schreiben.

 

  • Oft frage ich mich beim Lesen, wie der Protagonist entstanden ist. Gibt es ein Vorbild für Maxim oder hat er Eigenschaften von realen Person?

Antwort: Optisch basiert Maxim auf einem Jungen, den ich selbst nicht kenne. Es war einfach ein Gesicht, dass mir irgendwann mal im Internet begegnet ist und dann eben in den ersten Momenten des Schreibprozesses wieder auftauchte. Charakterlich trägt er natürlich viel in sich, was aus meinem Umfeld stammt. Gerade aber seine Denkweise, wenn nicht unbedingt direkt auf den Selbstmord bezogen, hat er wohl von mir geerbt.

 

  • Einige Autoren lassen etwas von sich persönlich in ihre Bücher mit einfließen. Vielleicht magst du ja verraten, ob es im Buch etwas von dir zu finden gibt.

Antwort: Wie ich bei der vorigen Frage schon sagte, spiegelt sich viel in den Gedanken des vierzehnjährigen Maxims wieder. Er sieht sich mit Problemen konfrontiert, die auch mich in seinem Alter beschäftigt haben, auch wenn ich viele dieser Ängste erst einige Jahre später verstehen und zuordnen konnte. Was ich aber auch mit Maxim teile, sind die Hobbys, die er zu Lebzeiten hatte. Gerade Fußball und Literatur sind meine großen Leidenschaften. Die Erinnerung von der Maxim erzählt, als er von einem Klassenkameraden auf das Lesen von Büchern angesprochen wurde, basiert übrigens auf einem Dialog, den ich mal mit einem anderen Jungen geführt habe.

 

  • Gibt es eine bestimmte Stellen im Buch oder ein Zitat, welches dir Besonders wichtig ist?

Antwort: Dafür müsste ich jetzt wohl ins Phrasenschwein einzahlen: Das ganze Buch ist mir wichtig. Es steckt Herzblut drin und so viele Gedanken, die ich los werden wollte. Mir fällt es jetzt schwer ein Zitat hervorzuheben, welches auch nicht zu viel für die Leser vorweg nimmt, die das Buch noch nicht gelesen haben.

 

Fragen zu dir

  • Mit 20 bist du ein junger Autor, ist es da schwieriger mit einem Verlag oder Kollegen in Kontakt zu kommen, oder wird man da nicht so ernst genommen. Es gibt ja eher das Bild vom älteren Autor der mit Pfeife hinter seinem Schreibtisch sitzt 😉

Antwort: Ich weiß nicht, ob man in jungen Jahren weniger ernst genommen wird. Wäre möglich, dass manche Verlage für Exposés von jungen Autoren eher einen flüchtigen Blick übrig haben, weil sie nicht glauben, dort auf Qualität zu treffen (Was übrigens auch hervorragend zu einer der Botschaften von „Maxim“ passt – Das herablassende Denken über die Jugend von heute …). Auch ich habe sehr viele Absagen, teilweise gar keine Rückmeldungen bekommen. Am Ende war es eben nur meine jetzige Verlegerin die an mich geglaubt hat.
Kurz bevor ich von ihr unter Vertrag genommen wurde, gab es von einer großen Agentur eine begründete Absage, was für einen Autoren schon viel wert sein konnte. In dieser bat man mich, das Werk nochmal zu überarbeiten und mich dann ggf. nochmal an sie zu wenden. Aber als dann ein Profi in der gleichen Nachricht mein Buch als „wundervolles Werk“ bezeichnete und sagte, dass es das gesamte Kollegium sehr berührt hätte, gab mir das unheimlichen Aufschwung. Damit konnte ich nochmal den Kopf aus dem Sand nehmen. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch so etwas gibt es. Ich denke es ist sehr viel möglich, wenn man einfach Geduld und viel Selbstkritik mitbringt.

 

  • Wenn du selber liest, welches Genre bevorzugst du da?

Antwort: Ich festige mich nicht auf ein Genre. Bis auf Fantasy und Liebesromane bin ich eigentlich für fast alles offen. Das letzte was ich gelesen habe, war „Die Insel der besonderen Kinder“, das hat mir sehr gut gefallen. Große Autoren für mich sind aber Ken Follett und Rebecca Gablé. Weitere Titel, die ich gerne zu meinen Lieblingsbüchern zähle, sind „Wir kommen mit“ von Catherine Ryan Hyde, „Clockwork Orange“, „Die Physiker“, „Der Medicus“ von Noah Gordon und „Drachenläufer“.

 

  • Dein Buch ist sehr emotional, da würden viele beim Autor eher auf eine Frau tippen. Wie stehst du dazu?

Antwort: Maxim ist männlich, ich bin männlich. Das macht die Geschichte vielleicht ja authentischer. Ich weiß nicht, ob die Emotionen wirklich für das Geschlecht ausschlaggebend sein können in der öffentlichen Wahrnehmung.

Was ich allerdings zugeben muss, ist, dass ich von Männern, die ich privat kenne, nicht so gerne auf das Buch angesprochen werde und dann vielleicht etwas rot werde. Ein wenig Wahrheit steckt also doch hinter diesem Klischee. 😉

Gewitterwolken am Familienhimmel

Die Autorin: 
Kira Mittu schrieb schon als 10 jährige Kurzgeschichten, die allerdings alle sehr traurig waren. Was sich änderte, als sie die Liebe für Rockmusik entdeckte und viele Konzerte besuchte. Mit der Zeit veränderte sich ihr Schreibstil und sie fing an für Jugendliche und junge Erwachsene zu schreiben, wobei es auch mal ein Happy End geben durfte.
In ihrer Freizeit ist Kira Minttu am liebsten mit ihrer Familie und Hund in der Welt unterwegs. Wer weiß ob es sie nicht irgendwann ganz nach Schottland verschlägt.

Das Cover:
Hier sieht man den Körper eines Mädchens, welches auf der Strasse sitzt. Ihre Pose kommt mir, traurig, unsicher oder sogar verzweifelt vor. Sie scheint sich nicht wohl zu fühlen und nicht zu wissen, was sie als nächstes tun soll. Titel und Autor passen gut zum Cover und sind farblich abgestimmt. Das Cover passt gut zum Thema des Buches und macht zudem neugierig.
Zum Inhalt: Für Juli könnte es nicht besser laufen, sie ist gut in der Schule, hat tolle Freunde und einen Freund. Doch die Gewitterwolken am Familienhimmel lassen böses erahnen und werfen Juli völlig aus der Bahn.
Ihre Eltern sind zu sehr mit sich beschäftigt, ihr Freund und ihre Freunde nehmen ihre Sorgen nicht so ernst und Juli fühlt sich einfach nur verloren. Lässt sie sich deshalb auf etwas oder jemand anderes ein?

Die Charaktere:
Hier möchte ich euch kurz, die für mich wichtigsten Protagonisten vorstellen.
Juli: Ein fröhliches aktives junges Mädel, das alles zu haben scheint was sie glücklich macht. Ein Freund, Spass mit Freunden, gute Noten in der Schule, Liebe zur Musik und eine tolle Familie. Doch schlich sich eine Veränderung an, die mit einem lauten Knall ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Levin: Julis Freund, ein unkomplizierter cooler Typ der alles mit macht, aber zur falschen Zeit zu viel möchte.
Marc: Er sieht gut aus und ist ein sehr liebevoller einfühlsamer Kerl, doch hat er etwas an sich, dass einige beunruhigen könnte.
Kathinka: Sie ist selbst ein Trennungskind und Julis beste Freundin. Ihr Musikblog ist für sie etwas ganz besonders.
Jako: Ist Kathinkas Freund und ein Mädchenschwarm, zudem ein guter Freund von Juli.
Julis Eltern: Der Vater vergräbt sich in seine Arbeit, die Mutter arbeitet viel und hat einen neuen Mann an ihrer Seite. Sie vergessen bei ihrem Trennungsstreit ihre Tochter und sind nur noch mit sich beschäftigt.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit einem Einblick in Julis momentane Situation und ihre Gefühlswelt, was ich sehr bewegend finde. Oft kommen Kinder, aber grade Jugendliche bei der Trennung der Eltern zu kurz. Jeder glaubt sie wären alt genug damit klar zu kommen, doch keiner kann sich wirklich in sie hinein versetzen. Bei keinem ihrer Freunde und auch bei ihrem Freund findet sie kein Gehör für ihre Sorgen und Ängste, sie fühlt sich alleine und weiß das erste Mal nicht was sie tun soll. Ihre Versuche einfach wie zuvor weiter zu machen scheitern, ihre Gefühlswelt ist durcheinander.
Es veränderst sich einiges und Juli tut und sagt Dinge, an die sie vorher nie gedacht hätte. Für mich eine sehr realistische Schilderung, denn Juli verändert sich, auch wenn sie es so nicht wollte. Sie sucht nach einem Platz für sich, nach Halt, den sie verloren hat.
Um nicht zu viel zum Inhalt zu verraten noch etwa Allgemeines. In diesem Buch passiert so einiges, was den Lesefluss konstant hält und die Spannung nicht abreißen lässt, was mir persönlich sehr gut gefällt. Das Thema finde ich zu dem sehr interessant und wichtig, denn Trennungen der Eltern sind leider nicht so selten, wie man es gerne hätte.
Was mich aber bei diesem Buch besonders Beeindruckt hat, sind die Charaktere. Jeder ist für sich etwas besonders ein ausgereifter fast schon realer Charakter, der wirklich lebendig zu sein scheint. Sie kennen zu lernen ist spannend, aber sie dabei zu begleiten, wie sie sich im Laufe des Buches entwickeln ist einfach klasse. Es scheint wirklich so, als wüsste selbst die Autorin nicht, was im nächsten Moment passiert. So hab ich das bei einem Buch noch nicht erlebt.

Fazit:
Ein sehr bewegender Jugendroman über ein Trennungskind, das einen Weg sucht mit der Situation klar zu kommen. Ich persönlich würde, dass Buch auf jeden Fall mit Jugendlichen lesen und es auch Eltern empfehlen. Der Schreibstil der Autorin und die sehr lebendigen Charaktere sind unter Anderem gute Gründe dieses Buch zu lesen.

Last Stop Kasachstan von Sophie Simon

Die Autorin: 
Sophie Simon schrieb schon als Jugendliche ihre ersten Geschichten und träumte davon Bücher zu schreiben. Sie lebt in Bayern, arbeitet Teilzeit in einem sozialen Beruf und den Rest des Tages ist sie für ihre zwei Kinder da. Ihre Freizeit verbringt Sophie Simon auf einen Reiterhof, wo sie sich auch noch ehrenamtlich engagiert. Da fragt man sich galt, ob die Tage der Autorin mehr als 24 Stunden haben, denn sie schafft es in der Zeit auch noch an ihren Büchern zu arbeiten. 

Das Cover: 
Die Aufmachung erinnert an Comics und ist in Mädchenfarben schön Pink gehalten. Eine blonde aufgetakelte Frau und einige Gegenstände passend zu Russland und Kasachstan finden sich auf dem Cover. Es macht neugierig und verspricht einen spannenden Roman mit einigen Überraschungen.

Zum Inhalt:
Verwöhnte Tochter verliert bei einem Partyspiel, warum ein Dartpfeil ihr nächstes Reiseziel entscheidet, das sie auf den Landweg erreichen soll. Natürlich kommt für Lilli keine Reise ohne Begleitung in Frage und vor allem muss ihre Begleitung Russisch sprechen können und alles für sie erledigen. Besonders viel Wert legt sie dabei auf ihr Vergnügen und Partynächte.
Doch kommt alles anders als Lilli es sich vorstellt und sie tritt die Reise mit einem Streber an, was ihr natürlich nicht gefällt, was Langeweile und Streit vor programmiert.
Ist es wirklich nur eine Reise nach Kasachstan, oder doch eine Reise zu sich selbst für Lilli?

Die Charaktere:
Lilli: Böse Zungen würden sie als Tussi beschrieben;) Denn Lilli ist eine Tochter aus reichem Haus und sehr auf ihr Aussehen und ihre Außenwirkung bedacht. Sie scheint sehr oberflächlich und grade was Männer angeht, will sie sich nicht binden. Auch weiß sie nicht so recht was sie mit ihrem Leben anfangen soll, wenn es nicht um Parys und Shoppen geht. Doch ist Lilli wirklich so, oder ist es nur eine Fassade?
Lillis Vater: Nach dem Tod seiner Frau, ist seine Tochter Lilli seine Prinzessin die alles bekommt, was sie nur möchte. Doch irgendwann wird auch ihm klar, dass Geld nicht alles ist….Als eine neue Frau in sein Leben tritt verändert sich seine Beziehung zu Lilli
Die Freunde: Hier treffen wir auf eine bunte Mischung und zusammen sind sie eine tolle Clique, die gerne zusammen feiern. Um nicht alles zu verraten, sage ich es mal so grade Christina und Lilli sind ein spannende Mischung. Warum sie sich wohl nicht so leiden können, liegt vielleicht daran, dass sie sich ähnlicher sind, als sie es gerne möchten;)
Vladimir: Wenn man an den typischen Streber denkt, könnte man an ihn denken, denn er tut alles für sein Studium, trägt langweilige Klamotten und eine Brille. Doch steckt da echt nicht mehr in ihm, als man sehen kann?
Vladimirs Familie: Die Familie kommt an erster Stelle und hält immer zusammen. Freude und Traurigkeit werden geteilt und jeder ist für den anderen da. Sie wohnen auf dem Land und alte Werte sind ihnen besonders wichtig.

Meine Meinung:
Es ist bei diesem Buch schwer meine Meinung zu vertreten ohne zu viel zu verraten, daher sollte jeder der nicht zu viel Inhalt erfahren möchte, diesen Punkt überspringen.
Das Buch startet mit einem typischen Vater/Tochter Streit über Geld und macht es leicht den Einstig in die Geschichte zu finden. Lilli ist eine junge Frau, die man schnell als Tussi beschreiben möchte und sie nicht sonderlich sympathisch findet, doch hat sie etwas an sich, dass ich ihr einen Sympathievorschuss gebe. Sie scheint nur für Party und Vergnügen offen zu sein, was im Leben wichtig ist, schiebt sie beiseite und geht auch sehr locker mit Männerbekanntschaften um. Spannend finde ich Lillis Freundeskreis, hier scheinen alle mehr Geld zur Verfügung zu haben, was die unterschiedlichen Charaktere zu verbinden scheint. Spannend finde ich die Partyspiele und die Idee ein Reiseziel durch einen Dartpfeil zu bestimmen. Die Szene, war schön zu lesen und machte Spaß, aber vor allem neugierig, wie Lilie ihre Wetter einlösen wird.
Dann verändert sich auch noch Lillis Verhältnis zu ihrem Vater, da sein Unmut über Lillis Leichtigkeit im Studium und ihrem Verhalten seiner neuen Freundin gegenüber eine gewisse Distanz schafft. An dieser Stelle wird auch klar, was Lillis Problem ist und lässt einen tiefer in ihre Gefühlswelt blicke und ahnen, dass da noch eine andere Lillie schlummert.
Schon vor der Reise nach Kasachstan wird es schwierig und lässt Lilli oft zweifeln, ob sie die Reise antreten sollte, doch sie möchte nicht verlieren und schlecht vor ihren Freunden da stehen. So sucht sie weiter jemanden, der alles übernimmt, denn sie möchte sich keine Gedanken über die Planung machen. Als kein passender Bewerber mehr in Sicht war, blieb ihr nur der Streber Vladimir. Das passte Lillie natürlich nicht, er passt nicht in ihr Bild, aber er erfüllte alle Kriterien und erledigte seinen Job. Wie man auf die Idee kommen kann jemanden für eine Reise zu suchen, ist schon sehr komisch, aber es passt zu Lilli und lässt einen den Kopf schütteln und gleichzeitig schmunzeln.
Im Zug nach Russland und auf dem Weg nach Kasachstan wird deutlich, das Vladimir nicht der typische Streber ist, denn Lillie in ihm sehen wollte. Vielmehr löst er in ihr etwas aus, was sie nicht kannte und was ihr gar nicht gefällt. Denn sie fängt an über sich und ihr Leben nachzudenken, was ihr sehr schwer fällt und sie einige Male an ihre Grenzen stoßen lässt. Vladimir ist immer zu Stelle und fängt sie auf. Er gefällt mir als Charakter sehr gut und macht die Geschichte noch mal interessanter.
Es musste so kommen, dass sich die beiden auf der Reise näher kommen, was natürlich zu weiteren Spannungen und Problemen führt. Aber auch Lillie noch ein Stück mehr aus ihrer Deckung lockt und sie scheint ein Stück weit erwachsener zu werden.
Toll finde ich auch die Details aus dem Zug und die des Reisewegs, ich konnte mir Bildlich die Route und die Orte vorstellen.
In Kasachstan wird es richtig spannend und ich mochte gar nicht mehr aufhören zu lessen, doch was hier passiert sollte ihr dann selber herausfinden. Ich kann nur so viel sagen, dass sich einiges für Lillie ändern wird und vor allem sie sich verändern wird.
Es ist toll zu verfolgen, wie sich ein Charakter im laufe des Buches entwickelt.


Fazit:
Ein spannender Roman voller Überraschungen, Humor und Liebe und vor allem interessanter Charaktere. Last Stop Kasachstan lässt sich leicht lesen und ist für mich eine tolle Geschichte um vom Alltag abzuschalten. Wenn ihr als neugierig auf eine Zugfahrt nach Kasachstan seid, steigt ein und schaut was passiert 😉 Ich hoffe sehr darauf, bald noch mehr von Sophie Simon lesen zu können.

“Weit weg ist anders” von Sarah Schmidt

Die Autorin: Sarah Schmidt lebt in Berlin und arbeitet als freie Autorin. Neben Artikeln in Zeitschriften, Auftritten bei der Berliner Lesebühne und einem Theater Stück ist sie für einige Bücher bekannt. Unter Anderem hat die Autorin Bücher wie „Dann machen wir´s uns eben selbst“ und „Bad Dates“ geschrieben.

Das Cover: Die Farben Rot und Orange Dominieren das Cover und kommen durch weiße Akzente besonders zur Geltung. Zu sehe sind, verschiedene Landschaften, eine Skyline und ein Bus. Das Cover ist nicht alltäglich und hebt sich so von der Masse ab. Für mich auf jeden Fall ein Grund, dass Buch näher zu betrachten.

Zum Inhalt: Zwei Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen zwangsläufig in einer Kur aufeinander. Edith kommt aus Berlin und möchte einfach nur ihre Ruhe, was sie jedem sehr deutlich zeigt. Christel hingegen, sucht den Kontakt zu anderen und ist eine herzliche aber doch sensible Person aus Husum. Aus der Not heraus schließen die beiden Frauen sich zusammen und gehen auf eine besondere Reise.

Die Charaktere: Wir treffen hier auf einige Protagonisten die nicht unterschiedlicher sein können und doch finden sie zueinander.

Edith: Eine typische Berlinerin mit einer rauen Schale und großer Klappe. Edith möchte für sich alleine sein und blockt jeden Kontakt ab, oder weiß sie einfach nicht wie gut Freundschaft sein kann?

Christel: Sie ist auf den ersten Blick eine süße alte Dame, die durch ihre sensible Art, vergisst dass zu tun, was sie wirklich möchte. Ihre Krankheit und ihre Tochter stehen bei ihren Plänen im Weg. Christel scheint sehr einsam und hilflos zu sein.

Kim und Hagen: Kim ist Christels Tochter und Hagen ihr Schwiegersohn, die beiden glauben zu wissen was das Beste für Christel ist und scheinen dabei alles andere zu übersehen.

Oskar Mannstein: Er ist Briefträger, ein sehr netter und doch unscheinbarer Mann der gerne für andere da ist und sich selber etwas hängen lässt.

Paul Meininger: Scheinbar ein gutaussehender, gebildeter Mann im mittleren Alter, der genau weiß was Frauen wollen.

Meine Meinung: Der Einstig in das Buch ist für mich durch den perspektivwechsel nicht so leicht, wobei mir die Gedanken von Edith in der Situation nach dem Unfall gut gefallen. Gut gelungen finde ich den Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten, es ist spannend eine Situation von beiden Seiten erzählt zu bekommen. Da die Eindrücke doch so verschieden sind.

Der Abschnitt über den Kuraufenthalt hat mir sehr gut gefallen, hier gab es für mich einiges zum Schmunzeln und mir gefiel es, wie Edith und Christel in Kontakt kamen. Die Zweckgemeinschaft löste sich nach der Kur wieder auf und jede fuhr nach Hause, bis Christel eine ungewöhnliche Reise plante. Die Reise der beiden Frauen war schon sehr interessant und es wurde deutlich, dass im Alter nicht mehr alles so einfach ist, doch keine der beiden will es zugeben. Sie genießen ihre Freiheit und haben Spaß bis die Gesundheit und Paul ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Ediths Reaktion auf diese Situation fand ich einfach toll, sie weiß was zu tun ist und bleibt sachlich und klar.

Es gibt viele Stellen in dem Buch die mir sehr gut gefallen und einige die mir nicht so zusagen. So bin ich mir auch nicht sicher ob ich Edith oder Christel lieber mag, auch wenn ich mit Edith nicht so ganz warm geworden bin. Am Ende muss ich sagen, das beide Frauen als Gespann mir sehr gut gefallen, weil sie einfach so unterschiedlich sind, dass es ein Wunder ist, dass sie dennoch so gut miteinander klar kommen.

Wer nicht zu viel lesen möchte sollte hier stoppen, denn um meine Meinung ganz zu erklären muss ich etwas über das Ende schreiben….

Edith und Christel geraten in eine Missliche Lage aus der für sie ohne Hilfe kein Entkommen möglich ist. Also kommt der Postbote wieder ins Spiel, was toll ist, da er als Charakter gut in das Buch passt. Für mich ist es aber etwas zu weit hergeholt, das er wirklich los fährt und den Frauen zu helfen. An der Stelle fehlt mir etwas, auch wenn seine Worte bei der Autofahrt mir nicht aus dem Kopf gehen.

Nach der Ankunft in Berlin geht alles ganz schnell und Christels Tochter holt sie ab, um sie nun in ein Heim zu bringen. Auch wenn es gegen ihren Willen ist, fügt sie sich und stirbt kurz darauf. Edith lebt ihr Leben wie gehabt weiter, was ich schade finde. Ich hatte gehofft, dass Edith am Ende zu Christel zieht und die beiden Frauen die letzten Wochen genießen und Edith etwas aus sich raus kommt. Es muss natürlich nicht immer ein Happy End geben, doch hat mir hier etwas gefehlt.

Fazit: Ich bin nicht ganz so warm geworden mit Edith, obwohl sie ein toller Charakter ist. Der Anfang war etwas zäh und das Ende anders als gedacht. Vielleicht deswegen nicht ganz mein Fall, aber trotzdem ein gutes Buch. Jeder der gerne ein Buch mit Berliner Schnauze und etwas übers altern lesen möchten, trifft mit diesem Buch auf jeden Fall eine gute Wahl.

Serva 1 Götterdämmerung von Arik Steen

Der Autor: Arik Steen lebt in München und begeisterte sich schon in seiner frühen Jugend für das Schreiben. Er schrieb Geschichten, Erzählungen, Romane und Gedichte, wobei er sich bei Themen und Bereichen nicht festlegte und vielseitig blieb.
Dezember 2015 bis Juli 2016 befasste Arik Steen sich mit erotischer Literatur und veröffentlichte Bücher in diesem Bereich. Dazu gehörten „Frauenjagd“, „Sklavenschwestern“ oder „Hunting Prey“. Sein markanter und sehr männlicher Schreibstil, hat einen gewissen Wiedererkennungswert.

Das Cover: Das Cover hat etwas Mystisches und fesselt mich, durch das verschleierte Gesicht einer Frau. Vor allem ihre Augen, haben etwas Besonderes und beeindruckendes an sich, was mich sofort anspricht und neugierig macht.

Über das Buch: Serva 1 Götteropfer ist der erste Teil einer Reihe von Arik Steen, die Erotik und Fantasy in einem besonderen Stil vereint. Die Kapitel sind in Tag aufgeteilt und wechseln von Land zu Land und zu den unterschiedlichsten Protagonisten. Die vorherrschende Zeit erinnert an das Mittelalter und die Sprache ist eher rau, sexistisch und moderner.
Ein Welt ähnlich wie unsere und doch so anders, bevölkert von verschiedenen Nationen, die alle an dieselben Götter und ihre Gesetze glauben. Könige regieren Länder, Priester verkünden den Willen der Götter. Krieg und Sklavenhaltung spielen auch eine Roll, doch zur Jahrhundertwende, kommt auf alle Völker eine besondere Aufgabe zu. Diese wollen alle auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Hintergedanken erfüllen wollen.
Die Charaktere: Aus den verschiedenen Völkergruppen lernen wir hier einige Charaktere kennen und können sie auf ihren unterschiedlichen Wegen begleiten. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, doch haben sie eins gemeinsam, alle haben verborgene erotische Fantasien.

Meine Meinung: Der Einstig in das Buch fiel mir nicht ganz so leicht, doch am Ende war es nicht so wie erst vermutet. Es lag nicht an einem schwierigen Einstig, sondern daran, dass dieses Buch so anders ist als alle die ich vorher gelesen habe. Das was kurz negativ scheint, ist gar nicht mal so schlecht, eher neu und ganz gut. Die raue, moderne und sexistische Sprache ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig und passt dann doch sehr gut.
Besonders gut gelungen finde ich den Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten und Orten. In kleinen Abschnitten lernt man kennen und springt dann zum nächsten, was aber keine Probleme macht, den Handlungen zu folgen. Durch die kurzen und klaren Sätze bekommt man viele Details zu einzelnen Szenen oder Dingen.
Die erotischen Szenen lassen sich zu BDSM zuordnen und sind was gewisse Tabuthemen betrifft etwas befremdlich, doch durch ihre Kürze und Art der Beschreibung schon sehr spannend. Je mehr Seiten man gelesen hat, umso detailierter und aussagekräftiger werden die erotischen Szenen. Was mir hier sehr gut gefällt ist, dass die Szenen sehr gut in die Geschichte passen und das Bild abrunden.
Natürlich sind die Kriegshandlungen, nicht für jeden etwas, doch ich finde, dass sie durch die kurzen Abschnitte nicht so sehr hervorstechen und einfach in die Geschichte gehören. Szenen wie die Vierteilung und andere Hinrichtungen waren schon etwas wo ich kurz Schlucken musste, weil sie durch ihre Details sehr bildlich wirkten.
Ich kann abschließend nur sagen, dass dieses Buch ganz anders ist, was natürlich durch den Schreibstil und das Thema BDSM begründet wird. Denn noch finde ich, dass man es gelesen haben muss, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt.

Fazit: Um es mal mit meinen ersten Gedanken auszudrücken: „ Toll zu Ende, wie doof, nun wurde es immer spannender und ich mag so einige Personen und dann geht es nicht weiter…Ich muss unbedingt den zweiten Band lesen“ 😉 Wer mal etwas anderes lesen möchte als die üblichen Bücher die Fantasy und Erotik vereinen ist hier genau richtig. Wenn man sich auf den außergewöhnlichen Stil einlässt, lernt man eine spannende Welt kennen.

“Unter der Sonne nur wir” von Robin Lyall

Über die Autorin: Robin Lyall hat britische und deutsche Wurzel. Die Autorin lebte in ihrer Jugend eine ganze Zeit an der englischen Küste. Bevor sie sich auf einem Hausboot in Norddeutschland niedergelassen hat, studierte sie Psychologie und lebte im Ausland. Zurückgezogen wohnt die Autorin auf ihrem Hausboot mit ihrer Familie und einigen Tieren. Dort findet sie auch die Ruhe, um ihren Leidenschaften, dem Malen und Schreiben nachzugehen.

Das Cover: Ein Pärchen das sich umarmt und in der Sonne zu stehen scheint, ist in strahlenden Farben zu sehen. Mich spricht das Cover daher sehr an. Wie Titel und Name eingefügt sind, gefallen mir sehr gut, sie stechen nicht hervor und passen einfach dazu.

Zum Inhalt: Vor dem Abi Ball wird Nele schwer enttäuscht und ihre Eltern wissen genau das Richtige, um davon abzulenken. Schon kurz danach macht sie ihre Traumreise nach Afrika um in Little Creek, Affen und anderen Tieren zu helfen. Ihr großer Traum ist es, Tierärztin zu werden. Hier warten einige Abenteuer auf sie, wobei Nele übersicher hinaus wachsen muss. Am wenigsten wollte sie über Männer nachdenken, doch da sind sogar zwei Typen, die Interesse an ihre haben. Aber was und wen will Nele?

Die Charaktere: Wir treffen in diesem Buch auf so einige Leute, von denen ich hier etwas über die für mich wichtigen schreiben werde. Ihr lernt sie ja eh alle kennen, wenn ihr das Buch lest 😉

Nele: Sie weiß genau was sie will, nämlich Tierärztin werden und eine Reise nach Afrika um im Tierschutz zu helfen. Doch bringt der Verrat ihres Ex Freundes sie durcheinander. Aber lernt sie doch selber kennen, es wird eine spannende Reise.

Susa: Sie ist Neles beste Freundin, die ihre für die Reise Musik und anderes eingepackt hat 😉 So eine gute Freundin wünscht sich jede.

Sasha: Er ist der typische Sunny Boy und studiert Tiermedizin, doch irgendwie kommt er mir viel zu gut vor. Ob er wirklich so toll ist, wie alle denken?

Jacke: Jack ist Wildhüter und hält sich von allen fern, scheint keinen zu mögen und eine sehr dunkle Seite zu haben. Was da wohl dran ist, auf jeden Fall scheint er heiß zu sein 😉

Lynne und Bob: Die beiden leiten Little Creek und sind immer für ihre Schützlinge und die Volontäre da. Lynne kümmert sich um die Büroarbeit und hat für alle ein liebes Wort und einen guten Rat parat. Bob hingen ist eher der raue Typ und trotzdem sehr herzlich. Er packt überall an wo es was zu tun gibt, aber leitet auch die Tierklinik. Besonderen Spaß findet er daran, die Volos zu veräppeln.

Die Volos: Unter den Volontären findet man so viele verschiedene Charaktere aus den unterschiedlichsten Ländern, die sich im Großen und Ganzen sehr gut verstehen und zusammen arbeiten.

Meine Meinung: Eigentlich ist es echt schwer, etwas zu 100% gut zu finden, Kleinigkeiten lassen sich immer finde, denn was ist schon perfekt. Für mich kommt dieses Buch mit 99,99% sehr nah ran. Es gibt nichts was mir nicht gefallen hat, außer dass ich nach der letzten Seite den Wunsch nach mehr von Nele, ihren Freunden und den Tieren hatte.

Das Cover passt zum Titel und der Geschichte, es macht neugierig, ohne zu viel zu verraten.  Der Einstig in das Buch gelinkt sehr gut, denn ich konnte mit Nele mitfühlen, so von einem Jungen enttäuscht zu werden, kennen wir doch fast alle, oder nicht? Doch auf den Schock und die Trauer folgt ein riesen Abenteuer, das sich sicherlich so einige wünschen. Es geht auf eine Reise nach Afrika um einige Wochen im Tierschutz aktiv mitzuwirken. Alles ist neu, alles ist anders und dann die vielen Aufgaben und neue Freunde. Nele stehen so einige Erlebnisse und Herausforderungen bevor. Ich war manches Mal schon echt neidisch und wäre gerne bei den Ausflügen dabei gewesen. Tiere in freier Wildbahn zu erleben ist ein Traum und die Informationen, die die Autorin hierzu in die Geschichte einbindet, gefallen mir sehr gut. Einiges ist neu für mich und es kommt einfach sehr realistisch rüber.

Die erotischen Szenen sind sehr ansprechend gestaltet, grade weil sie nicht alles verraten, Raum für Fantasie bieten und mit tollen vergleichenden Beschreibungen versehen sind. Wobei mir grade zwei Sätze in den Sinn kommen, die mir im Prolog schon sehr gefallen hat. (Zitat: „ ich brauche nur dein Bild auf meine innere Leinwand zu projizieren, und schon ist es, als ob Honig und Zitrone in meinem Bauch aufeinandertreffen. Süßes Zusammenziehen.“)

Little Creek, der Ort an dem sich alles Abspielt kam mir beim Lesen so real und so nah vor, was sicherlich damit zutun hat, das die Autorin hier einen ähnlich existierenden Ort vor Augen hatte und alles mit viel Leidenschaft lebendig werden lässt.

Das Ende ist überraschend, lies mir den Atmen stocken und entlockte mir doch ein paar Tränen. Einfach eine tolle Geschichte, voller Emotionen, die in mir das Fernweh geweckt hat.

Fazit: Die Altersempfehlung von 16 Jahren finde ich sehr gut, denn die erotischen Szenen sind noch nicht für alle etwas 😉 Dieser Liebesroman ist auf jeden Fall auch etwas für erwachsene, ich hab an so einigen Stellen richtig mit gefiebert. Wenn Afrika, Tierschutz und Liebesgeschichten etwas für euch sind, dann könnt ihr hier für ein paar schöne Stunden abtauchen und ein Abenteuer in Little Creek erleben.

Liebe steht über allem

Ihr Lieben , diese Rezi verlangt mir viel ab und wird daher etwas anders als meine üblichen. Wenn ein Thema so nahe ist, fehlen einem oft die Worte….

Die Autorin: Tanja Wenz lebt mit ihrer Familie und vielen Tieren in Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie für ihre Kinder und Jungendbücher, aber auch Bücher für Erwachsene gehören zu ihren Werken.

Im schriftlichen Kontakt hatte ich die Möglichkeit, die Autorin kennenzulernen und habe sie als sympathische und sehr herzliche Person wahrgenommen.

Über das Buch: Die kleinen Sterne leuchten immer ist an das Schicksal einer befreundeten Familie der Autorin angelehnt. Das Buch ist in Briefform und aus der Sicht der Mutter geschrieben. Von der Freude über die Schwangerschaft, die Diagnose Anenzephalie, über die Geburt bis hin zum Tod und der Trauer, wird hier alles angesprochen.

Meine Meinung: Das Cover und der Titel sind sehr passend zum Inhalt des Buches. Dazu gefällt mir die Strukturierung des Buches, weil alles in Briefen von der Mutter an die eigene verstorbene Mutter und an das Sternenkind geschrieben ist. Besonders beeindruckt mich die Denkweise der Mutter, wie sie sich trotz allem immer noch um ihre kleine Familie sorgt und das Beste für alle möchte. Nicht nur die Schwangerschaft und alles was an negativen Gedanken dazu kommt ist wichtig, sie verliert ihre Lieben nie aus den Augen und versucht für sie stark zu sein. Spüren kann man wie die Briefe ihr Kraft geben und ihre helfen, Lösungen für sich zu finden. In den Briefen kann sie schreiben, was sie so nicht aussprechen kann und findet so den Weg, mit ihrem Mann zu reden. Toll finde ich auch, wie der kleine Sohn mit einbezogen wird, denn natürlich merken auch die kleinen wenn etwas nicht stimmt. Seine Reaktionen sind einfach wunderbar und so unbeschwert, wie es nur ein Kind kann. Sehr gefühlvoll und bewegend trifft dieses Buch mitten ins Herz.
Mich hat dieses Buch, grade wegen eigener Erlebnisse sehr berührt und mich darüber hinaus zum nachdenken/umdenken angeregt. Ich habe für mich einen neuen Weg gefunden, den ich versuchen möchte um mein Schicksal zu verarbeiten. Durch dieses Buch, konnte ich endlich richtig weinen. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der sich in irgendeiner Form mit Sternenkindern beschäftigt und empfehle Taschentücher 😉

Killer Frauen von Stephan Harbort

Der Autor: Stephan Harbort ist Kriminalhauptkommissar und in Deutschland führender Experte was Serienmorde angeht. Bekannt ist er durch seine Tätigkeit als Fachberater in TV-Dokumentationen und für Krimi-Serien.  Dazu führte er eine Vielzahl von Gesprächen mit Serienmördern und entwickelte neue Fahndungsmethoten für die Überführung von Gewalttäter, welche international angewendet werden.

Über das Buch: In diesem Buch tun sich Abgründe der weiblichen Seele auf, denn hier werden reale Serienmorde einiger Frauen, von allen Seiten beleuchtet. Stephan Harbort klärt über die Taten, die Motive und Hintergründe der Serientäterinnen auf. Von Ex-Männern bis hin zu den eigenen Kindern – Vor keinem machen sie Halt.

Meine Meinung: Mir fällt als erstes der strukturierte Aufbau des Buches auf, der mich sehr anspricht. Jedes Kapitel umfasst einen Serienmord, beginnt mit der Tat und endet beim Motiv und der Persönlichkeit der Serientäterinnen. Der Autor beschreibt die Taten sehr detailliert und lässt auch keine Kleinigkeiten außer Acht, die mir gleich Bilder der einzelnen Szenen vor Augen führten. Schon sehr anschaulich, aber auch etwas gruselig. Bei den Interviews und bei der Beschreibung von Motiven und Hintergründen ist der Autor bemerkenswert neutral und geht sogar auf die Serientäterinnen ein. Alleine das Lesen der Taten, verleitet einen schon dazu, die Taten zu bewerten und zu verurteilen. Wie es Stephan Harbort schafft, so objektiv zu bleiben, ist in meinen Augen eine enorme Leistung. Gut gelungen finde ich auch die Wortwahl, denn hier sind einige Fachbegriffe zu finden, die dennoch auch für einen Laien im Zusammenhang gut zu verstehen sind.

Auffällig ist, dass viele der Frauen nicht alles über ihre Taten preis geben. Besonders zu ihren Motiven schweigen sie sehr gerne, oder halten sich an die Erkenntnisse die sie über Personen, die ihnen ähneln gehört oder gelesen haben. Vieles möchten sie lieber im Dunkeln verborgen lassen und scheinen mit den Behörden und Psychiatern und schwer zu kooperieren.

Den Überblick am Ende des Buches mit den Tabellen über die Kriminologie der Serientäterin, gefällt mir sehr gut. Zahlen sagen einem doch schon einiges und man hat etwas Greifbares vor Augen.

Fazit: Die Welt der Serientäter ist schon sehr verstörend, aber wenn dann noch eine Frau die Täterin ist, ist es kaum zu begreifen und schrecklich. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt oder mal was anderes lesen möchte, braucht starke Nerven. Ich kann mir gut vorstellen, dass es euch genau so gehen wird wie mir, denn ich musste nach dem Lesen über mich nachdenken. Es ist doch immer wieder ein dunkler Fleck in der Vergangenheit zu finden und dann fragt man sich, was passieren muss, damit so etwas geschieht.  Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und kann es nur weiter empfehlen.