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„Maxim“ von Gabriel P. Henry mit Interview

Ich bin froh, das ich dieses Buch lesen durfte und euch jetzt darüber berichten kann. So viel vor weg, es ist für mich ein sehr besonderes Buch.

Der Autor: Gabriel P. Henry veröffentlicht mit 20 Jahren seinen Debüt-Roman „Maxim“. Geboren wurde er in Koblenz und besuchte eine staatliche Gesamtschule, wo er aufgrund der hohen Migrationsbeteiligung mit vielen anderen Nationalitäten und Religionen in Kontakt kam. Als deutscher Christ ist er in seiner Klasse eine Minderheit. Somit wuchs er auch  mit Freunden aus arabischen und südeuropäischen Ländern auf.  Durch Verwandte und Bekannte kam er mit dem Islam und sogar indianischen Lebensweisen in Kontakt. Fußball gehörte zu seinen Hobbys und für Musik entwickelte er eine besondere Leidenschaft, was sicherlich auch durch seinen Vater entstand, der als Musiker und Songwriter in den Charts vertreten war. Weshalb Gabriel P Henry schon früh mit künstlerischem Erschaffen in Kontakt kam. Nach seinem Abschluss begann er sein Abitur an der Oberstufe eines Gymnasiums, was er jedoch nach zwei Jahren wieder abbrach. Stattdessen fing er eine Ausbildung zum Automobilkaufmann an und schrieb zur selben Zeit seine ersten Geschichten.

Zum Inhalt: In „Maxime“ geht es um den Selbstmord eines 14 Jahre alten Jungen, besser gesagt es geht um die ersten 7 Tage nach seinem Tod.  Maxim befindet sich scheinbar noch auf der Erde und in der Umgebung seiner Liebsten, doch etwas ist anders, sie sehen und hören ihn nicht. Er bekommt alles umso mehr mit, was sich bei ihm als Schmerzen und starken Gefühlen äußert, die ihn zu überrennen scheinen. Was ist nur passiert, warum hat Maxim sich das Leben genommen und warum ist er immer noch da und muss das alles aushalten?

Die Charaktere:

Maxim: Ein 14 jähriger Junge der in seiner Schule und bei Freunden sehr beliebt ist. Er könnt besser in der Schule sein, wenn er sich mündlich beteiligen würde. Maxim liest gerne und ihn beschäftigen viele Gedanken, er ist sehr aufmerksam was seine Umwelt betrifft. Mit seinem besten Freund Leo geht er in den Fußballverein und macht auch sonst sehr viel mit ihm zusammen.

Leo: Er ist Maxims bester Freund und eher der offene lockere Typ. Sie waren ein tolles Gespann und unternahmen alles gemeinsam.

Lisa: Ein hübsches Mädchen aus Maxims Schulkasse, in das er heimlich verliebt ist. Sie singt gerne und ist für ihre Freunde da.

Lara: Sie ist Maxims ältere Schwester, die trotz Schule und Freund immer für ihn da ist.

Valentina: Sie ist Maxims und Laras Mutter, dazu eine sehr herzliche und emotionale Frau.

Phillip: Er ist der Vater von Maxim und Lara, dazu ist er mit Valentina verheiratet. Mit seinen Gefühlen weiß er nicht umzugehen und versucht sie mit Wut und Alkohol zu unterdrücken

Meine Meinung: Das Buch beginnt mit einem Prolog, was ich persönlich sehr gerne mag. Denn so bekommt man einen Blick in das Buch und hat doch so gar keine Ahnung, was passieren wird, was für mich die Spannung steigert. „Maxim“ ist in 7 Tage unterteilt, wo Maxim der Hauptprotagonist seine Erlebnisse und Gefühle nach seinem Selbstmord beschreibt. Diese Aufteilung gefällt mir sehr gut und ist neben der üblichen Kapitelaufteilung mal was anderes und passt sehr gut zum Buch.

Der Autor schafft es in diesem Buch, ein schweres Thema so echt, offen und vor allem voller Emotionen rüber zu bringen, was mich sehr bewegt. Keine Verurteilung, keine Bewertung des Themas, einfach die emotionale Geschichte eines Jungen, den verschiedene Themen im Leben beschäftigt haben. Der Grund, der hier bei Maxim für alles ausschlaggebend war, ist auch einer der mich öfters beschäftigt, aber mich sehr überrascht. Diesen Zusammenhang hab ich selber noch nie so gesehen und es berührt mich daher umso mehr. Seit gespannt, es wird euch sehr überraschen und zum Nachdenken anregen, da bin ich mir sehr sicher. Auch wenn das gesamte Buch sehr emotional ist, gibt es noch zwei Stellen die mich persönlich so sehr bewegt haben, dass mir die Tränen kamen und wirklich sprachlos war.

Es fällt mir in diesem Fall sehr schwer zu beschreiben, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat, denn ich müsste einfach zu viel verraten….Daher belass ich es dabei und glaube ihr werdet beim Lesen selber feststellen was ich meine 😉

Fazit: Ein Buch voller Emotionen und spannender Hintergründe. Beim Lesen sollte man schon Taschentücher griffbereit haben, denn ich glaube dabei bleibt kein Auge trocken. Für mich bis jetzt in diesem Jahr, dass Buch, dass mich am meisten berührt hat und deshalb kann ich es jedem empfehlen.

 

Um euch noch ein bisschen mehr über das Buch und den Autor zu verraten, hier ein Interview mit Gabriel P. Henry

Fragen zum Buch „Maxim“

  • Mich würde interessieren, wie die Idee zu diesem Buch entstanden ist, denn es ist

ja schon ein sehr bewegendes  und schweres Thema.

Antwort: Diese Frage höre ich immer als erstes, wenn ich mit jemandem über das Buch spreche. Es fällt mir sehr schwer, darauf eine Antwort zu finden. Sicherlich war der Tod immer ein Thema, dass mich sehr beschäftigt, aber auch fasziniert hat. Warum ich gerade über Suizid schreibe, kann ich nicht genau sagen. Ich dachte mal darüber nach, dass man sagte, dass Tote bei ihren Angehörigen bleiben, sie nicht verlassen. Abends kam dann mal im Bezug darauf in mir die Frage auf, was denn wäre, wenn einem Selbstmörder genau das eben passiert. Danach konnte ich dann nicht aufhören, an diese Geschichte zu denken und musste einfach anfangen zu schreiben.

 

  • Oft frage ich mich beim Lesen, wie der Protagonist entstanden ist. Gibt es ein Vorbild für Maxim oder hat er Eigenschaften von realen Person?

Antwort: Optisch basiert Maxim auf einem Jungen, den ich selbst nicht kenne. Es war einfach ein Gesicht, dass mir irgendwann mal im Internet begegnet ist und dann eben in den ersten Momenten des Schreibprozesses wieder auftauchte. Charakterlich trägt er natürlich viel in sich, was aus meinem Umfeld stammt. Gerade aber seine Denkweise, wenn nicht unbedingt direkt auf den Selbstmord bezogen, hat er wohl von mir geerbt.

 

  • Einige Autoren lassen etwas von sich persönlich in ihre Bücher mit einfließen. Vielleicht magst du ja verraten, ob es im Buch etwas von dir zu finden gibt.

Antwort: Wie ich bei der vorigen Frage schon sagte, spiegelt sich viel in den Gedanken des vierzehnjährigen Maxims wieder. Er sieht sich mit Problemen konfrontiert, die auch mich in seinem Alter beschäftigt haben, auch wenn ich viele dieser Ängste erst einige Jahre später verstehen und zuordnen konnte. Was ich aber auch mit Maxim teile, sind die Hobbys, die er zu Lebzeiten hatte. Gerade Fußball und Literatur sind meine großen Leidenschaften. Die Erinnerung von der Maxim erzählt, als er von einem Klassenkameraden auf das Lesen von Büchern angesprochen wurde, basiert übrigens auf einem Dialog, den ich mal mit einem anderen Jungen geführt habe.

 

  • Gibt es eine bestimmte Stellen im Buch oder ein Zitat, welches dir Besonders wichtig ist?

Antwort: Dafür müsste ich jetzt wohl ins Phrasenschwein einzahlen: Das ganze Buch ist mir wichtig. Es steckt Herzblut drin und so viele Gedanken, die ich los werden wollte. Mir fällt es jetzt schwer ein Zitat hervorzuheben, welches auch nicht zu viel für die Leser vorweg nimmt, die das Buch noch nicht gelesen haben.

 

Fragen zu dir

  • Mit 20 bist du ein junger Autor, ist es da schwieriger mit einem Verlag oder Kollegen in Kontakt zu kommen, oder wird man da nicht so ernst genommen. Es gibt ja eher das Bild vom älteren Autor der mit Pfeife hinter seinem Schreibtisch sitzt 😉

Antwort: Ich weiß nicht, ob man in jungen Jahren weniger ernst genommen wird. Wäre möglich, dass manche Verlage für Exposés von jungen Autoren eher einen flüchtigen Blick übrig haben, weil sie nicht glauben, dort auf Qualität zu treffen (Was übrigens auch hervorragend zu einer der Botschaften von „Maxim“ passt – Das herablassende Denken über die Jugend von heute …). Auch ich habe sehr viele Absagen, teilweise gar keine Rückmeldungen bekommen. Am Ende war es eben nur meine jetzige Verlegerin die an mich geglaubt hat.
Kurz bevor ich von ihr unter Vertrag genommen wurde, gab es von einer großen Agentur eine begründete Absage, was für einen Autoren schon viel wert sein konnte. In dieser bat man mich, das Werk nochmal zu überarbeiten und mich dann ggf. nochmal an sie zu wenden. Aber als dann ein Profi in der gleichen Nachricht mein Buch als „wundervolles Werk“ bezeichnete und sagte, dass es das gesamte Kollegium sehr berührt hätte, gab mir das unheimlichen Aufschwung. Damit konnte ich nochmal den Kopf aus dem Sand nehmen. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch so etwas gibt es. Ich denke es ist sehr viel möglich, wenn man einfach Geduld und viel Selbstkritik mitbringt.

 

  • Wenn du selber liest, welches Genre bevorzugst du da?

Antwort: Ich festige mich nicht auf ein Genre. Bis auf Fantasy und Liebesromane bin ich eigentlich für fast alles offen. Das letzte was ich gelesen habe, war „Die Insel der besonderen Kinder“, das hat mir sehr gut gefallen. Große Autoren für mich sind aber Ken Follett und Rebecca Gablé. Weitere Titel, die ich gerne zu meinen Lieblingsbüchern zähle, sind „Wir kommen mit“ von Catherine Ryan Hyde, „Clockwork Orange“, „Die Physiker“, „Der Medicus“ von Noah Gordon und „Drachenläufer“.

 

  • Dein Buch ist sehr emotional, da würden viele beim Autor eher auf eine Frau tippen. Wie stehst du dazu?

Antwort: Maxim ist männlich, ich bin männlich. Das macht die Geschichte vielleicht ja authentischer. Ich weiß nicht, ob die Emotionen wirklich für das Geschlecht ausschlaggebend sein können in der öffentlichen Wahrnehmung.

Was ich allerdings zugeben muss, ist, dass ich von Männern, die ich privat kenne, nicht so gerne auf das Buch angesprochen werde und dann vielleicht etwas rot werde. Ein wenig Wahrheit steckt also doch hinter diesem Klischee. 😉