Anstehende Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

Jugendbücher

Gewitterwolken am Familienhimmel

Die Autorin: 
Kira Mittu schrieb schon als 10 jährige Kurzgeschichten, die allerdings alle sehr traurig waren. Was sich änderte, als sie die Liebe für Rockmusik entdeckte und viele Konzerte besuchte. Mit der Zeit veränderte sich ihr Schreibstil und sie fing an für Jugendliche und junge Erwachsene zu schreiben, wobei es auch mal ein Happy End geben durfte.
In ihrer Freizeit ist Kira Minttu am liebsten mit ihrer Familie und Hund in der Welt unterwegs. Wer weiß ob es sie nicht irgendwann ganz nach Schottland verschlägt.

Das Cover:
Hier sieht man den Körper eines Mädchens, welches auf der Strasse sitzt. Ihre Pose kommt mir, traurig, unsicher oder sogar verzweifelt vor. Sie scheint sich nicht wohl zu fühlen und nicht zu wissen, was sie als nächstes tun soll. Titel und Autor passen gut zum Cover und sind farblich abgestimmt. Das Cover passt gut zum Thema des Buches und macht zudem neugierig.
Zum Inhalt: Für Juli könnte es nicht besser laufen, sie ist gut in der Schule, hat tolle Freunde und einen Freund. Doch die Gewitterwolken am Familienhimmel lassen böses erahnen und werfen Juli völlig aus der Bahn.
Ihre Eltern sind zu sehr mit sich beschäftigt, ihr Freund und ihre Freunde nehmen ihre Sorgen nicht so ernst und Juli fühlt sich einfach nur verloren. Lässt sie sich deshalb auf etwas oder jemand anderes ein?

Die Charaktere:
Hier möchte ich euch kurz, die für mich wichtigsten Protagonisten vorstellen.
Juli: Ein fröhliches aktives junges Mädel, das alles zu haben scheint was sie glücklich macht. Ein Freund, Spass mit Freunden, gute Noten in der Schule, Liebe zur Musik und eine tolle Familie. Doch schlich sich eine Veränderung an, die mit einem lauten Knall ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Levin: Julis Freund, ein unkomplizierter cooler Typ der alles mit macht, aber zur falschen Zeit zu viel möchte.
Marc: Er sieht gut aus und ist ein sehr liebevoller einfühlsamer Kerl, doch hat er etwas an sich, dass einige beunruhigen könnte.
Kathinka: Sie ist selbst ein Trennungskind und Julis beste Freundin. Ihr Musikblog ist für sie etwas ganz besonders.
Jako: Ist Kathinkas Freund und ein Mädchenschwarm, zudem ein guter Freund von Juli.
Julis Eltern: Der Vater vergräbt sich in seine Arbeit, die Mutter arbeitet viel und hat einen neuen Mann an ihrer Seite. Sie vergessen bei ihrem Trennungsstreit ihre Tochter und sind nur noch mit sich beschäftigt.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit einem Einblick in Julis momentane Situation und ihre Gefühlswelt, was ich sehr bewegend finde. Oft kommen Kinder, aber grade Jugendliche bei der Trennung der Eltern zu kurz. Jeder glaubt sie wären alt genug damit klar zu kommen, doch keiner kann sich wirklich in sie hinein versetzen. Bei keinem ihrer Freunde und auch bei ihrem Freund findet sie kein Gehör für ihre Sorgen und Ängste, sie fühlt sich alleine und weiß das erste Mal nicht was sie tun soll. Ihre Versuche einfach wie zuvor weiter zu machen scheitern, ihre Gefühlswelt ist durcheinander.
Es veränderst sich einiges und Juli tut und sagt Dinge, an die sie vorher nie gedacht hätte. Für mich eine sehr realistische Schilderung, denn Juli verändert sich, auch wenn sie es so nicht wollte. Sie sucht nach einem Platz für sich, nach Halt, den sie verloren hat.
Um nicht zu viel zum Inhalt zu verraten noch etwa Allgemeines. In diesem Buch passiert so einiges, was den Lesefluss konstant hält und die Spannung nicht abreißen lässt, was mir persönlich sehr gut gefällt. Das Thema finde ich zu dem sehr interessant und wichtig, denn Trennungen der Eltern sind leider nicht so selten, wie man es gerne hätte.
Was mich aber bei diesem Buch besonders Beeindruckt hat, sind die Charaktere. Jeder ist für sich etwas besonders ein ausgereifter fast schon realer Charakter, der wirklich lebendig zu sein scheint. Sie kennen zu lernen ist spannend, aber sie dabei zu begleiten, wie sie sich im Laufe des Buches entwickeln ist einfach klasse. Es scheint wirklich so, als wüsste selbst die Autorin nicht, was im nächsten Moment passiert. So hab ich das bei einem Buch noch nicht erlebt.

Fazit:
Ein sehr bewegender Jugendroman über ein Trennungskind, das einen Weg sucht mit der Situation klar zu kommen. Ich persönlich würde, dass Buch auf jeden Fall mit Jugendlichen lesen und es auch Eltern empfehlen. Der Schreibstil der Autorin und die sehr lebendigen Charaktere sind unter Anderem gute Gründe dieses Buch zu lesen.

„Unter der Sonne nur wir“ von Robin Lyall

Über die Autorin: Robin Lyall hat britische und deutsche Wurzel. Die Autorin lebte in ihrer Jugend eine ganze Zeit an der englischen Küste. Bevor sie sich auf einem Hausboot in Norddeutschland niedergelassen hat, studierte sie Psychologie und lebte im Ausland. Zurückgezogen wohnt die Autorin auf ihrem Hausboot mit ihrer Familie und einigen Tieren. Dort findet sie auch die Ruhe, um ihren Leidenschaften, dem Malen und Schreiben nachzugehen.

Das Cover: Ein Pärchen das sich umarmt und in der Sonne zu stehen scheint, ist in strahlenden Farben zu sehen. Mich spricht das Cover daher sehr an. Wie Titel und Name eingefügt sind, gefallen mir sehr gut, sie stechen nicht hervor und passen einfach dazu.

Zum Inhalt: Vor dem Abi Ball wird Nele schwer enttäuscht und ihre Eltern wissen genau das Richtige, um davon abzulenken. Schon kurz danach macht sie ihre Traumreise nach Afrika um in Little Creek, Affen und anderen Tieren zu helfen. Ihr großer Traum ist es, Tierärztin zu werden. Hier warten einige Abenteuer auf sie, wobei Nele übersicher hinaus wachsen muss. Am wenigsten wollte sie über Männer nachdenken, doch da sind sogar zwei Typen, die Interesse an ihre haben. Aber was und wen will Nele?

Die Charaktere: Wir treffen in diesem Buch auf so einige Leute, von denen ich hier etwas über die für mich wichtigen schreiben werde. Ihr lernt sie ja eh alle kennen, wenn ihr das Buch lest 😉

Nele: Sie weiß genau was sie will, nämlich Tierärztin werden und eine Reise nach Afrika um im Tierschutz zu helfen. Doch bringt der Verrat ihres Ex Freundes sie durcheinander. Aber lernt sie doch selber kennen, es wird eine spannende Reise.

Susa: Sie ist Neles beste Freundin, die ihre für die Reise Musik und anderes eingepackt hat 😉 So eine gute Freundin wünscht sich jede.

Sasha: Er ist der typische Sunny Boy und studiert Tiermedizin, doch irgendwie kommt er mir viel zu gut vor. Ob er wirklich so toll ist, wie alle denken?

Jacke: Jack ist Wildhüter und hält sich von allen fern, scheint keinen zu mögen und eine sehr dunkle Seite zu haben. Was da wohl dran ist, auf jeden Fall scheint er heiß zu sein 😉

Lynne und Bob: Die beiden leiten Little Creek und sind immer für ihre Schützlinge und die Volontäre da. Lynne kümmert sich um die Büroarbeit und hat für alle ein liebes Wort und einen guten Rat parat. Bob hingen ist eher der raue Typ und trotzdem sehr herzlich. Er packt überall an wo es was zu tun gibt, aber leitet auch die Tierklinik. Besonderen Spaß findet er daran, die Volos zu veräppeln.

Die Volos: Unter den Volontären findet man so viele verschiedene Charaktere aus den unterschiedlichsten Ländern, die sich im Großen und Ganzen sehr gut verstehen und zusammen arbeiten.

Meine Meinung: Eigentlich ist es echt schwer, etwas zu 100% gut zu finden, Kleinigkeiten lassen sich immer finde, denn was ist schon perfekt. Für mich kommt dieses Buch mit 99,99% sehr nah ran. Es gibt nichts was mir nicht gefallen hat, außer dass ich nach der letzten Seite den Wunsch nach mehr von Nele, ihren Freunden und den Tieren hatte.

Das Cover passt zum Titel und der Geschichte, es macht neugierig, ohne zu viel zu verraten.  Der Einstig in das Buch gelinkt sehr gut, denn ich konnte mit Nele mitfühlen, so von einem Jungen enttäuscht zu werden, kennen wir doch fast alle, oder nicht? Doch auf den Schock und die Trauer folgt ein riesen Abenteuer, das sich sicherlich so einige wünschen. Es geht auf eine Reise nach Afrika um einige Wochen im Tierschutz aktiv mitzuwirken. Alles ist neu, alles ist anders und dann die vielen Aufgaben und neue Freunde. Nele stehen so einige Erlebnisse und Herausforderungen bevor. Ich war manches Mal schon echt neidisch und wäre gerne bei den Ausflügen dabei gewesen. Tiere in freier Wildbahn zu erleben ist ein Traum und die Informationen, die die Autorin hierzu in die Geschichte einbindet, gefallen mir sehr gut. Einiges ist neu für mich und es kommt einfach sehr realistisch rüber.

Die erotischen Szenen sind sehr ansprechend gestaltet, grade weil sie nicht alles verraten, Raum für Fantasie bieten und mit tollen vergleichenden Beschreibungen versehen sind. Wobei mir grade zwei Sätze in den Sinn kommen, die mir im Prolog schon sehr gefallen hat. (Zitat: „ ich brauche nur dein Bild auf meine innere Leinwand zu projizieren, und schon ist es, als ob Honig und Zitrone in meinem Bauch aufeinandertreffen. Süßes Zusammenziehen.“)

Little Creek, der Ort an dem sich alles Abspielt kam mir beim Lesen so real und so nah vor, was sicherlich damit zutun hat, das die Autorin hier einen ähnlich existierenden Ort vor Augen hatte und alles mit viel Leidenschaft lebendig werden lässt.

Das Ende ist überraschend, lies mir den Atmen stocken und entlockte mir doch ein paar Tränen. Einfach eine tolle Geschichte, voller Emotionen, die in mir das Fernweh geweckt hat.

Fazit: Die Altersempfehlung von 16 Jahren finde ich sehr gut, denn die erotischen Szenen sind noch nicht für alle etwas 😉 Dieser Liebesroman ist auf jeden Fall auch etwas für erwachsene, ich hab an so einigen Stellen richtig mit gefiebert. Wenn Afrika, Tierschutz und Liebesgeschichten etwas für euch sind, dann könnt ihr hier für ein paar schöne Stunden abtauchen und ein Abenteuer in Little Creek erleben.

„Wenn ich dich nicht erfunden hätte“ von Julia Dibbern + Interview

Hallo ihr Lieben,

ich hatte die tolle Chance, das neue Jugendbuch von Julia Dibbern Probe zu lesen. Worüber ich euch hier berichten möchte. Schon mal vorweg, mich hat es zu 100% überzeugt und am Ende findet ihr noch ein kleines Interview mit der Autorin 😉 

Die Autorin: Julia Dibbern schreibt seit sie einen Stift halten kann und ist heute Autorin und Journalistin. Viel Liebe fürs Detail und versteckte Botschaften bindet sie mit Leichtigkeit in ihre Geschichten ein.

Zum Inhalt: Der Klappentext verrät nicht viel und lässt so einige Fragen offen, was die Neugier auf jeden Fall weckt und beim Lesen viele Überraschungen verspricht. Naivität trifft auf die harte Realität und es stellt sich die Frage, ob Liebe wirklich die Lösung für alles ist. Das Kernthema der Geschichte wird im Laufe des Buches klar. Zudem geht es noch um Liebe, Freundschaft und vieles mehr. Um nicht zu viel zu verraten und um euch die Spannung beim Lesen nicht zu nehmen, belasse ich es dieses Mal bei dieser doch sehr kurzen Passage zum Inhalt.

Die Charaktere: Hier trifft man die verschiedensten Protagonisten mit Ecken und Kanten. Mit vielen Details zu den einzelnen entsteht ein richtiges Bild und man hat das Gefühl, dort echte Personen vor sich zu haben. Ähnlichkeiten zu Freunden lassen sich finden, was einen den Zugang zu den Protagonisten sehr erleichtert. Das Gefühl sie zu kennen lässt einen mitfühlen und steigert die Spannung.

Am Anfang der Geschichte:
Leo: Sie ist ein normales Mädchen, eher langweilig wie sie selber findet. Zudem ist sie zu naiv und unsicher. Ihren Platz im Leben und viel mehr sich selber hat sie noch nicht gefunden.
Loris: Er ist schwer zu durchschauen, hat gute und sehr süße Seiten aber auch eine tief dunkle Seite an sich. Es ist schwierig ihn zu mögen, aber gut leiden kann man ihn auch nicht immer.
Miri: Sie weiß was sie will und ist Leos beste Freundin.
Sina: Ist wie Leo Studentin und vielleicht ihre neue Freundin
Kimo: Ist Leos bester Freund und ihr heimlicher Schwarm. Er ist frech, musikalisch und für seine Freunde da, auch wenn er nicht immer vor Ort ist.
Loris Freunde: Sebastian und Rafael sind Typen für sich, denen Party und alles was dazu gehört sehr wichtig ist.

Meine Meinung: Am Anfang dreht sich alles um eine sehr herunter gekommene Wohnung, was ich erst witzig für einen Einstieg fand. Doch beschlich mich auch kurz der Gedanke, ob es so weiter geht und immer mehr in der Wohnung passiert. Was sich zum Glück nicht bestätigte und sich in eine spannende Wohnungssuche steigerte.
Dann wird das Tempo rasanter und vieles passiert Schlag auf Schlag. Was bei mir als Leser sehr gut an kommt, ich fühle mich, wie mit dabei und wie in einem Rausch. So wie sich die Protagonisten der Geschichte fühlen müssen. Sehr realistische Szenen, wie aus dem Leben gegriffen verstärken das Gefühl. Es ist schwierig das Buch mittendrin beiseite zu legen um eine Pause zu machen. Der Drang es am Stück zu lesen ist auf jeden Fall da, was mir sehr gut gefällt. Ich hatte es lange nicht mehr, dass ich am liebsten, eine Person aus der Geschichte beiseite genommen hätte, um ihr den Kopf zu waschen. Da musste ich schon sehr lachen, da dieses Buch es wirklich geschafft hat, mich so sehr in eine andere Welt abtauchen zu lassen.
Toll finde ich dass die Autorin es schafft, viele Kleine Botschaften und Denkanstöße in ihrem Buch zu verteilen, ohne das man es gezielt merkt.
Für mich ist es wichtig, dass ein Jugendbuch zwar ein rundes Ende hat, aber denn noch Platz für eigene Überlegungen und weiterführende Szenen hat. Was hier sehr gut gelungen ist, denn es ergeben sich für mich viele Fragen. Die ich mir mit dem Wissen was ich bis dahin habe, beantworten kann.

Fazit: Für mich ein sehr gelungenes Buch, was ich privat mit jugendlichen lesen, aber auch beruflich einsetzten würde. Hier wird ein schweres Thema gut verpackt nahe gebracht und bietet dabei viel Raum für eigene Fantasien und somit Gesprächsstoff zum Diskutieren.

 

Wie angekündigt nun das kleine Interview mit der Autorin Julia Dibbern. Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bedanken, das du dir die Zeit genommen hast. Die Leserunde und der Kontakt mit dir, haben mir sehr viel Freude bereitet.

1) Wie bist du zu den Ink Rebels gekommen? Scheint ein klasse Team zu sein, das mit Sicherheit auch einige Vorteile bringt?

Julia Dibbern: Ich wüsste nicht, wie ich jemals wieder ohne mein Büro schreiben sollte! Die Ink Rebels waren eine Spontangründung, von der ich nicht mal was geahnt habe, als ich anfing, Leos Geschichte zu schreiben. Wir haben uns in einem Facebook-Chat getroffen, um uns gegenseitig zum Schreiben zu motivieren, und auf einmal war der Gedanke da: „Leute, wir sind hier ein perfektes Redaktionsteam: Wir sind Lektoren, Texter, Grafiker. Los, wir machen jetzt Bücher!“ Und dann haben wir die Ink Rebels gegründet, eine Marke eingetragen und sind jetzt glücklich bis an unser Lebensende.

2) Dieses Buch ist ja ein ganz anderes Genre, als deine Bücher davor. Kann man mehr in diese Richtung erwarten? (Bin ja schon neugierig und würde auf jeden Fall mehr lesen wollen)

Julia Dibbern: Auf jeden Fall, ich schreibe unglaublich gern Geschichten. Ein weiteres Jugendbuch, Wolkendämmerung, erscheint im Frühjahr bei Ink Rebels. Darin geht es um Nicholas, einen 17jährigen Jungen aus Kalifornien. Er kann begnadet fotografieren und wird auf einem futuristischen Forschungsschiff für eine Klimaschutzmission als Bordfotograf angeheuert. Dabei entdeckt er ein paar Sachen, die nicht für seine Augen bestimmt waren – und schon gar nicht für seine Kamera.

3) Die Geschichte spielt in Hamburg, da stellt sich natürlich die Frage, welcher Stadtteil gemeint ist.

Julia Dibbern: Zu Leos Gruselwohnung haben mich inzwischen viele Menschen angeschrieben: „Du meintest bestimmt den und den Stadtteil, oder?“ Ich glaube, das kann überall sein. Loris‘ Wohnung wird irgendwo in einer edleren Ecke nicht allzu fern der Alster sein.

4) Haben die Charaktere echte Vorbilder, oder sind sie komplett erfunden?

Julia Dibbern: Ein bisschen was von einem selbst geht ja in jedes Buch ein. Ich habe diese Leo-Loris-Dynamik tatsächlich schon öfter mal beobachtet und fand es einfach sehr spannend, darüber zu schreiben.

5) Leo ist ja schon sehr naiv 😉 War es schwierig da die Balance zu halten, das es nicht zu übertrieben wird? Und hattest du beim Schreiben auch mal das Gefühl, sie zu verändern, oder wach rütteln zu wollen? Ich hätte sie an manchen Stellen echt gerne in die  richtige Richtung geschubst

Julia Dibbern: Tatsächlich glaube ich gar nicht, dass Leo so schrecklich naiv ist, wie es beim Lesen den Anschein hat. Als Leser hat man vor ihr natürlich einen massiven Wissensvorsprung dadurch, dass man Loris‘ Perspektive kennt. Aber wie soll sie gewisse Signale erkennen, wenn es  in ihrer Realität das, was dahinter steht, nie gab? Dazu noch ist sie ja auch ziemlich unter Schock: Sie trifft einen Typen, den es ihrem Empfinden nach gar nicht geben könnte, weil sie sich ihn ja nur ausgedacht hat.
Als sie dann so ein bisschen dahinter steigt, was mit Loris los ist, entscheidet sie sich, glaube ich, auch recht bewusst dazu, das zu ignorieren – eben weil es dieses Schicksalsband zwischen ihnen gibt und am Ende ja alles gut werden muss…
Insofern: Nein, ich finde es großartig, dass bei den meisten Lesern dieses Gefühl von „Mädchen, mach die Augen auf, verdammt nochmal“ entsteht, aber ich selbst wollte sie nie anders haben.